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Archive for August 2015

Dank für die Anteilnahme

Barabara ist gestern wieder nach Oltepesi zurückgekehrt. Das Begräbnis seines Vaters hat er sehr stimmig erlebt. Zahlreiche Menschen aus Kenia und Tanzania nahmen an der Beerdigung teil, sogar Gemeindemitglieder und Katechisten aus Ololkirikirai kamen nach Mahida sowie zahlreiche Mitbrüder. Die Begräbnisfeier leitete der Bischof von Ngong. Barabara bedankt sich für die Anteilnahme!

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+ Edward Lesio Tarimo

Am Sonntag, den 16. August 2015 verstarb Barabaras Vater Edward Tarimo im 85. Lebensjahr.

Nach seiner Rückkehr aus Europa besuchte Barabara seine Familie in Tanzania, um sich v. a. über den Gesundheitszustand seines Vaters zu erkundigen. Es schien so, als hätte sich sein Vater von den schweren Herzproblemen etwas erholt. Doch leider ging das irdische Leben von Edward Tarimo vor Kurzem zu Ende. Barabara bittet um das Gebet für seinen verstorbenen Vater und die trauernde Familie. Die Beisetzung findet am Freitag, den 21. August statt.

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Rundbrief 2015

Richard Barabara Tarimo

Oltepesi Cultural Institute

C/o Gudalupe Fathers

P.O.Box 15931 – 00509 Gallerias

NAIROBI-Kenya

Email: barabena2002@yahoo.com

 

Grüße aus dem seit langer Zeit trockenen Oltepesi

 

Wieder einmal – wie jedes Jahr – möchte ich Euch, meine Freunde, mitteilen, was im vergangenen Jahr in Oltepesi an meinem neuen Arbeitsplatz mit herausfordernden Aufgaben geschehen und aktuell im Laufen ist. Am Beginn meines Rundbriefes möchte ich meine große Dankbarkeit für Eure vielfältige Unterstützung zum Ausdruck bringen. Ohne Eure Hilfe könnte ich in der Pastoral bei weitem nicht so viel bewirken. Ich sage auch vor allem im Namen all jener dank, denen Eure materielle Unterstützung zu Gute gekommen ist. Eure Begleitung hat mein Überleben als Priester unter den meist schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen gesichert.

Wie ich bereits in meinem letzten Rundbrief schrieb, hat meine Ernennung zum Leiter des Oltepesi Kulturinstituts einige herausfordernde Veränderungen in mein Leben gebracht. Mein Lebens- und Arbeitsablauf war bisher geprägt vom Alltag in einer Pfarre, von den Aufgaben eines Priesters in einer Gemeinde. Nun ist mein priesterliches und alltägliches Leben geprägt von der Leitung eines Instituts, einer Organisation, die nach effektiven Wegen sucht, um ihre Ziele umzusetzen. Das heiße und beständig trockene Klima mit den entsprechend rauen Lebensbedingungen an diesem Ort sind genau das Gegenteil von den klimatischen Bedingungen und den landschaftlichen Gegebenheiten meiner früheren Arbeitsstätte der Missionsstation Ololkirikirai in den Mau Highlands. In dieser Hinsicht muss ich sagen, dass das Leben nicht unbedingt einfacher geworden ist.

In den letzten eineinhalb Jahren litten die Menschen in Oltepesi unter einer langanhaltenden Trockenperiode. Die Dürre hat die Menschen gezwungen mit ihren Viehherden wegzuziehen, um grünes Gras zu suchen, damit Menschen und Tiere überleben konnten. Bis auf alte Menschen und Schulkinder haben sich die meisten auf den Weg gemacht, um Grünland und Wasser zu suchen. Viele Orte und Plätze in der Umgebung sind daher verlassen und menschenleer. Hunderte von Kühen sind verendet. Es gab daher auch keinen Tropfen Milch mehr – dieses Grundnahrungsmittel der Maasai fehlte. Kinder und alte Menschen waren die ersten Opfer dieser schwierigen Situation. Die Regierung stellte Lebensmittel für die vom Verhungern bedrohten Menschen zur Verfügung. Aber wir alle wissen, dass diese Regierungsmaßnahme keine langfristige Hilfe war.

Nun möchte ich die Hauptziele des Instituts vorstellen, das ich nun leite. Die Hauptaufgabe des Oltepesi Kulturinstituts (OCI) ist die Weitergabe (Lehre) der Kultur und der Sprache des Stammes der Maasai. Es ist eine Bildungseinrichtung der Diözese Ngong, die sich zum Ziel gesetzt hat, Materialien zur Vermittlung der Kultur der Maasai auszuarbeiten und bereitzustellen. Das OCI möchte dazu beitragen, dass die Kultur der Maasai und die Kultur anderer Stämme in einen konstruktiven und friedenbringenden Dialog treten (können). Es ist unser Wunsch, dass sich das OCI zu einer vollen akademischen Institution entwickelt, die den ansässigen Menschen den Reichtum ihrer Traditionen bewusst macht und diesen Kulturschatz, in Zusammenarbeit mit den hier beheimateten Menschen, zu bewahren versucht.

Die modernen Entwicklungen des 21. Jahrhunderts wie Globalisierung, neue Informations- und Kommunikationstechnologien sind Faktoren, die auch das Leben junger Menschen in unseren afrikanischen Breiten durchdringen. Jugendliche lassen sich oft unkritisch auf neue Strömungen ein. Diese neuen Entwicklungen bringen teilweise auch viele negative Aspekte mit sich, sie bedrohen gute Elemente, wie „die Werte“ unserer traditionellen afrikanischen Kultur. Diese jahrhundertealten, afrikanischen Werte sollten durch das Eindringen neuer Kulturen nicht einfach ausgehöhlt und unterspült werden. Ich denke, die Aufgabe des OCI besteht darin, einen Dialog zwischen möglichweise gegensätzlichen kulturellen Werten und Ansichten zu vermitteln.

Im Institut arbeiten wir als Team zusammen. Uns ist es wichtig, den ursprünglichen Hauptzweck des Instituts, den unsere Vorgänger im Blick hatten, nicht aus den Augen zu verlieren – nämlich die Evangelisation. Die Bibel ist die frohe Botschaft Gottes in geschriebener Form an sein Volk. Diese höchste Form der Weisheit Gottes wurde formal in bestimmten Kulturkreisen niedergeschrieben. Um Missverständnisse zu vermeiden, muss mit größter Sorgfalt bei der Übersetzung, Interpretation und Kommunikation biblischer Inhalte vorgegangen werden. Wie kann diese Weisheit Gottes nun adäquat weitergegeben werden? Lokale Kulturen haben viele positive Werte. Trotzdem ist es wichtig, genau zu prüfen, welche negativen Elemente in einer Kultur vorkommen – die Weisheit Gottes kann dabei eine Hilfe sein. Das ist damit gemeint, wenn es heißt „Jesus Christus wurde ganz Mensch aber ohne Sünde“, z. B. tauchte er voll in das menschliche Leben und die menschliche Kultur ein, durch sein Leben, sein Lehren und Handeln gab er ein Beispiel, wie eine menschliche Kultur von negativen Aspekten/Werten gereinigt werden kann. Die gute Nachricht der Bibel ist ein wesentlicher Beitrag und wirkt zugleich wie ein Besen im Prozess des Dialogs und der Reinigung der menschlichen Werte. Das Institut möchte diesen Prozess unterstützen.

Die kleine aber gute Bibliothek des Instituts mit einer Vielfalt an Büchern über Ethnologie, Geschichte, Geographie etc. bietet eine angenehme Atmosphäre zum Lesen und Studieren. In der Umgebung des Instituts leben diese vier Gruppen der Maasai: die Ilkaputiei, die Ilmatapato, die Ilkisonko und die Ilkangere. Die Erfahrungen mit diesen Maasaigruppen sind eine große Bereicherung, um ihre Kultur tiefer kennen zu lernen. Das OCI ist ein lernendes Institut, ein Ort, an welchem Theorien auf die Praxis ausgerichtet werden. Wir beschäftigen uns mit Themen wie „Konflikte und Resolutionen“, die zwischen den Stämmen auftauchen.

Wir bemühen uns sehr, Studierende an das Institut zu holen. Doch leider gibt es wenige Studenten und Priester, die an dieser Form des missionarischen Apostolats interessiert sind. Ich persönlich bin zutiefst davon überzeugt, dass diese Form der beste Weg ist, um den Maasai oder anderen ethnischen Gruppen das Evangelium zu bringen. Mit großem Einsatz bemühen wir uns, den Zweck des Instituts zu erfüllen. Unterschiedliche Gruppen (Schwesterngemeinschaften, Katholische Männerbewegung, Katholische Frauenbewegung, Katholische Jugend, Katechisten, Lehrer etc.) aus der Diözese sollen ebenfalls mit unserem Institut vertraut gemacht werden. Wir laden zu Gesprächen, Diskussionen und Seminaren ein.

Außerdem haben wir auch literarisch-liturgische Aufgaben zu erfüllen. Bücher wie „Ena Ninye Enkirukoto Ang“, ein einfacher Katechismus in der Sprache Maa und „Mateserem Enkai“, ein katholisches Gesangsbuch in Maa, welches schon lange Zeit vergriffen ist und von uns jetzt überarbeitet und für den Nachdruck vorbereitet wird, werden von uns ausgearbeitet bzw. editiert. Ein weiteres wichtiges Projekt ist das „Empolosare e Misa“, ein Messbuch in Maa. Unsere momentane Aufgabe besteht darin, diese Texte, die schon – teilweise für einen längeren Zeitraum – in Verwendung waren, zu überarbeiten, teilweise auch neu zu verfassen, um sie dann gut formuliert und editiert für den „Ad experimentum“ – Gebrauch bereit zu stellen. Dies braucht sicherlich längere Zeit. Im Prozess des Editierens versuchen wir offensichtliche Fehler und die Übersetzung zu verbessern, das Layout gut zu gestalten etc. Dies ist unser Ziel. Wir werden sehen, ob es umsetzbar ist. Die fehlenden finanziellen Mittel sind momentan das größte Hindernis.

Eine der Hauptursachen für das finanzielle Handicap ist die geringe Anzahl von Studenten aus dem eigenen Land, aber auch aus dem Ausland. Die Hauptfrage der ansässigen Menschen besteht darin, wie man sein tägliches Brot mit einem Studium der Kultur und der ethnischen Gruppen verdienen kann. Die Antwort ist einfach: Das tägliche Brot lässt sich in unseren Breiten nicht mit dem Studium der Kulturen und ethnischen Gruppen verdienen. Die wenigen ausländischen Studenten sind in letzterer Zeit auch ausgeblieben, die terroristischen Attacken in Kenia schrecken Menschen aus dem Ausland ab. Diese Faktoren machen das finanzielle Überleben des Instituts sehr schwierig.

Mein Vorgänger Fr. Karl Oberprantacher MHM hat uns nicht alleine gelassen. Fr. Karl hat sich sehr bemüht, so dass wir nun zwei eingerichtete Schlafsäle für 40 Personen haben. Ich bin ihm dafür sehr dankbar.

Mein Engagement, die Umwelt zu hegen und zu pflegen, hat nicht abgenommen. Das Pflanzen von Setzlingen, Bäumen, Gemüse und Blumen habe ich fortgesetzt, das Institut hat auch eigene Bienenstöcke. Das Gelände auf dem Institut wird immer grüner, trotz der großen Trockenheit.

Wie sichern wir wirtschaftlich unsere Existenz? Um finanziell zu überleben, möchten wir mit kleinen Projekten zur Einkommensgenerierung beginnen. Einmal im Jahr können wir Gras schneiden, um Heu zu haben und dieses in Zeiten der Trockenheit zu verkaufen. Das war der Grund, warum wir mit der Errichtung eines Heustadels begonnen haben. Dieser Bauprozess ist aber noch nicht vollendet. Das zweite Kleinprojekt zum finanziellen Überleben besteht im Halten von Hühnern. Wir haben eine Hühnerrasse gefunden, die vor allem in unserem warmen und trockenen Klima überlebt. Wir begannen mit zehn Stück, nun haben wir bereits 45 Hühner. Das ist eine großartige Zunahme, was aber auch bedeutet, dass wir einen größeren Hühnerstall brauchen. Natürlich verwenden wir einige Eier für den Eigenbedarf, aber mehrheitlich verkaufen wir die Eier an Menschen aus der Umgebung und zusätzlich bieten wir auch Hühnerfleisch zum Verkauf an. Mit diesem Projekt können wir natürliche, aus der lokalen Umgebung stammende Lebensmittel für uns und andere produzieren.

In unserer Gegend gibt es viele Bienenschwärme. Es ist daher sehr einfach, Honig zu ernten und daraus zusätzlich Einkommen zu gewinnen. Ein guter Freund von mir, der ein großer Naturliebhaber ist, hat mich ermutigt, mit der Bienenzucht zu beginnen. Er hat dem Institut 12 Bienenstöcke zur Verfügung gestellt, so dass wir mit der Honiggewinnung beginnen können. Die erste Honigernte werden wir noch in diesem Jahr einfahren.

Wir leben in einem sehr trockenen Halbwüstengebiet. Hier ist es kaum möglich, Gemüse und Obst anzubauen. Wir haben sehr hart daran gearbeitet, einen kleinen Gemüsegarten anzulegen. Er soll uns mit Gemüse für den eigenen Bedarf versorgen und dazu beitragen, dass wir keine mehr zukaufen müssen, sondern unsere eigene (aus dem Garten) haben.

Dieses Jahr ist ein gesegnetes Jahr für mich. Wie ich schon eingangs erwähnte, war der Transfer von der Pfarre Ololkirikirai ins Oltepesi Institut eine große Herausforderung. Die Umgebung des OCI ist sehr unterschiedlich von meinem gewohnten Umfeld in Ololkirikirai, wo ich über zehn Jahre wohnte und arbeitete. Das raue Klima, die Trockenheit, die Mosquitos und Giftschlangen sowie die fehlenden Transportmittel waren der größte Kontrast zu meinem früheren Leben in der Pfarre. Eine riesig große Belastung waren die langen Fußwege unter der sengenden Sonne, um sonntags die kleinen christlichen Gemeinschaften für die Messfeier zu erreichen. Der neue Toyota Land Cruiser ist das großartigste Geschenk in meinem gegenwärtigen Leben. Ich möchte meine größte Wertschätzung und Dankbarkeit all jenen Freunden bekunden, die ihre Geldbörsen so weit geöffnet haben, dass ich nun ein gutes und zuverlässiges Fahrzeug in dieser harten Umgebung mein Eigen nennen darf. Das Auto ist eine große Erleichterung für mich! Vielen, vielen Dank den großartigen Unterstützern, ich denke an Euch in meinen Gebeten. Vergelt’s Gott!

Ich möchte wieder einmal betonen, dass ich in erster Linie Priester bin und daher mein Hauptanliegen die pastorale Arbeit und die Verkündigung der Frohen Botschaft ist. Mein Transfer zum Institut hat keinesfalls etwas an meiner persönlichen Berufung zum priesterlichen Dienst verändert. Ich wirke zurzeit in der Pfarre Mashuuru. Ich begleite nicht nur Christen in dieser Pfarre, sondern bringe mich auch in die Evangelisation jener Menschen ein, die um uns herum leben und arbeiten. Der Zugang zu den sehr traditionellen Maasai führt über ihre eigene Kultur. Ihre Sprache und Kultur zu kennen, ist das wichtigste Werkzeug in meiner Arbeit als Missionar, um den Ältesten und den Familien den christlichen Glauben bekannt zu machen. Die Maasai finden in unserem christlichen Leben und unseren Gottesdiensten viele Ähnlichkeiten, die sie offen machen für den Dialog mit uns und ein respektvolles Miteinander ermöglichen.

Die Evangelisation befindet sich in der Maasaigesellschaft erst ganz am Anfang. Wir haben nur einzelne Katholiken in den vier umliegenden Außenstationen der Mission Mashuuru. Ich stehe den Gläubigen sonn- und werktags für Messen und Gebete in ihren christlichen Gemeinschaften zur Verfügung. Jene Gemeinschaften, die ich begleite, sind: Oltepesi, nur wenige hundert Meter vom Institut entfernt; Engii (etwa 5 km von uns weg); Olmanie (7 km entfernt) und Edoinyo e Nkerr, das 15 km entfernt liegt.

Die größte Herausforderung für die Evangelisation ist das starke Festhalten der Maasai an ihrer Kultur und ihren traditionellen Praktiken. Ihrem Lebensstil und ihrer Stammesstruktur messen sie einen sehr hohen Wert bei: Dem Respekt vor ihren Ältesten, der Sorge um ihre Rinder und um das Weideland kommen die größte Bedeutung zu. Die lange Zeit der Trockenheit hat vor allem auch Ältere und Kinder schwer betroffen, sie litten sehr unter den Folgen der Dürre. Viele Menschen starben, Kühe und Eigentum gingen verloren. Ihre sozial-ökonomischen Strukturen werden zunehmend instabiler und schwächer.

Euer Richard Barabara Tarimo

 

 

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